Tradition ist die Weitergabe des Feuers,  aber nicht die Anbetung der Asche (Gustav Mahler)       Tradiţie înseamnă transmiterea focului,  nu venerarea cenuşi        

Hannenheim-Kolloquium 21. bis 24. Oktober 2020
in Kooperation mit der Musikakademie "Gheorghe Dima" Cluj-Klausenburg

Wir wünschen uns, es stattfinden lassen zu können, jedoch ist auch uns die Corona-Pandemie in den Weg gekommen. Bis Mitte Juli 2020 hoffen wir noch weiter.

Sollte das Signal dann immer noch auf STOPP stehen, werden wir unser Konzept auf Eis legen und versuchen, mit unserer Homepage unser Hannenheim-Engagement so stringent wie möglich zu halten. Zumindest Nachlesen, Weiterlesen soll möglich sein. Bis es auch in der Tat wieder weitergehen kann.

Sein soll dieses:

Das geplante Kolloquium präsentiert die Bratschen-Sonaten Hannenheims. Die Noten sind im Oktober 2019 bei Boosey & Hawkes von Albert Breier herausgegebenen worden https://www.boosey.com/cr/news/101482.

Bereits im Juni 2016 waren diese Bratschen-Sonaten beim CD-Label Challenge (Challenge Classics CC72734) erschienen, in der Einspielung von Aida Carmen Soanea und Igor Kamenz.

Albert Breier www.albert-breier.de wird im Kolloquium über die Editionsarbeit einen Vortrag halten, Aida Carmen Soanea wird die Sonaten vortragen, ihr Partner dafür wird Moritz Ernst sein. Er wird auch wieder Klaviersonaten Hannenheims ins Konzert einflechten. www.moritz-ernst.com.

In dem allerersten Kolloquium über das von Prof. Peter Gradenwitz sel. A. aufgearbeitete Thema "Schönbergs Schüler in Berlin", das 2001 an der Westberliner Akademie der Künste unter der Leitung von Prof. Ludwig Holtmeier wikipedia.org › wiki › Ludwig_Holtmeier stattfand, hatte Gradenwitz auch einen Kommilitonen Hannenheims, den schweizer Komponisten Erich Schmid, vorgestellt. Die Schmid-Forschung führt inzwischen der zürcher Musikwissenschaftler Dr. Lukas Näf www.zhdk.ch/person/dr-lukas-naef- fort, das heißt, er edierte das Gesamtwerk Schmids. Daraus wird nun beim Kolloquium das 4. Streichquartett als Uraufführung präsentiert. Die Mitglieder des Amar-Quartetts sind Anna Brunner, 1. Violine - Elias Schödel, 2. Violine - Aida Carmen Soanea, Viola - Marcin Sieniawski, Cello. www.amarquartett.ch

Auch Hannenheim hatte - mehrfach - Streichquartette komponiert, die wir bisher noch nicht aufgeführt haben, auch sonst niemand, also wird das eine Uraufführung. Gespielt werden das 9. und das XI. Streichquartett, und zwar durch das Amar-Quartett. Die Kompositionsanalysen verfertigte Dr. Gabriel Iranyi www.gabrieliranyi.com, Komponist und Vize-Vorsitzender der 'musica suprimata'.

Erhalten geblieben ist auch eine Sonate für Violine und Klavier, die von der Geigerin Marianne Boettcher www.marianne-boettcher.de zusammen mit Sergej Filioglo www.tangobruecke.de am Klavier gespielt wird. Marianne Boettcher ist die Urgroßnichte Norbert von Hannenheims.

Der größte Teil der ca. 50 erhalten gebliebenen Werke (von den ca. 250 komponierten Werken)
Hannenheims sind Liedkompositionen. Daraus haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder Liedprogramme gestaltet. So auch diesmal wieder. Aus Hannenheims früher Zeit, vor September 1919, Dauthendey-Lieder, aus den 1930er Jahren Rilke-Lieder. Vortragen wird sie wieder die Sopranistin Anna Miklashevich www.annamiklashevich.com, begleitet wird sie am Klavier von Moritz Ernst.

Immer gestalten wir unsere Programme dermaßen, dass bewusst ist: Diese Komponisten gehörten in die Musiklandschaft ihrer Zeit, sie interessierten sich dafür, was vor ihrer Zeit wichtig und schön war, und auch dafür, was sich zeitgenössisch abspielte. Andererseits lief die Musikgeschichte weiter, 
allerdings nun leider in einem Bogen um sie drumherum. Aber den Bogen begradigen wir nun langsam aber sicher. Und so wird das Publikum auch Werke von ... bis ... zu hören bekommen, von Ludwig van Beethoven (1770 Bonn - 1827 Wien), Felix Mendelssohn Bartholdy  (1809 Hamburg - 1847 Leipzig) , Moritz Rosenthal (1862 Lemberg - 1946 New York), Sándor Jemnitz (1890 Budapest - 1963 Balatonföldvár) , Artur Vincent Lourié (1891 Propoisk/Weißrussland - 1966 Princeton, N.J.),  Viktor Ullmann (1898 Schles. Teschen - 1944 KZ Auschwitz), Hans Erich Apostel (1901 Karlsruhe - 1972 Wien), Grazyna Bacewicz (1909 Łódż - 1969 Warschau), Ursula Mamlok (1923 Berlin - 2016 Berlin), Adrian Pop (1951 Cluj), Gabriel Irany (1946 Cluj). Unter den Nazis gelitten hatten - bis auf die beiden rumänischen Komponisten, und Beethoven natürlich - alle, verboten hatten die Nazis sogar Mendelssohn Bartholdy!


Vorschau auf 2021

Für den Oktober 2021 haben wir uns das 2. Herschkowitz-Kolloquium vorgenommen. Es wird auf Beethoven bezogen sein, denn Philipp Herschkowitz ist mehr noch als für seine Kompositionen - es konnten nur wenige, mehr oder weniger für die Schublade geschriebene sein, er war ja als Zwölftöner ein "Formalist" und also verboten - wichtig ist er wegen seiner musiktheoretischen Arbeiten, ein großer Teil ist Werken Beethovens gewidmet. Klaus Linder wird uns die Kreutzersonate und die Klaviersonate op. 2, 1 aus dem Russischen übersetzen. Diese beiden Werke werden auch aufgeführt werden.

Corona hat ja in 2020 vieles für das Beethoven-Jahr Geplante vereitelt. Und so wird unser Kolloquium sich noch gut in das Jubiläum einfügen.