Das 2. Hannenheim-Kolloquium hätte Mitte Oktober 2021 in Klausenburg und in Hermannstadt stattfinden sollen. Corona machte uns einen Strich durch die Rechnung, so dass ein Teil zwar zunächst mit verschobenem Termin in Hermannstadt als Konzertserie lief, aber das eigentliche Kolloquium erst am 10. Mai 2022 in Klausenburg.

Dies geschah:

Präsentiert wurden die Bratschen-Sonaten Hannenheims. Die Noten waren im Oktober 2019 bei Boosey & Hawkes von Albert Breier herausgegebenen worden 

Aida Carmen Soanea   hat diese Bratschensonaten vorgetragen. ihr Partner dafür war Moritz Ernst.

Hannenheim hatte - mehrfach - Streichquartette komponiert, die wir bisher noch nicht aufgeführt haben, auch sonst niemand, also war das eine Uraufführung. Gespielt wurden das 9. und das XI. Streichquartett, und zwar durch das Minguet-Quartett www.minguet.de
Die Mitglieder des Minguet-Quartetts sind Ulrich Isfort, 1. Violine - Annette Reisinger,
2. Violine - Aida Carmen Soanea, Viola - Matthias Diener, Cello.

Erhalten geblieben ist auch eine Sonate für Violine und Klavier, die von der Geigerin Marianne Boettcher  zusammen mit Kensei Yamaguchi am Klavier gespielt wird. Marianne Boettcher ist die Urgroßnichte Norbert von Hannenheims.

Die Kompositionsanalysen der Streichquartette verfertigte Dr. Gabriel Iranyi , Komponist und Vize-Vorsitzender der 'musica suprimata'.

und die der Lieder erarbeitete Prof. Ludwig Holtmeier, Rektor der Musikhoschschule Freiburg i. Br.

Der größte Teil der ca. 50 erhalten gebliebenen Werke (von den ca. 250 komponierten Werken) Hannenheims sind Liedkompositionen. Daraus haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder Liedprogramme gestaltet. So auch diesmal wieder. Aus Hannenheims früher Zeit, vor September 1919, Dauthendey-Lieder, aus den 1930er Jahren Rilke-Lieder. Vortragen wird sie wieder die Prager Sopranistin Irena Troupová,  https://www.troupova.com begleitet wird sie am Klavier von Moritz Ernst. Diese beiden tragen auch Lieder von Viktor Ullmann und Alexander Zemlinsky vor.

Immer gestalten wir unsere Programme dermaßen, dass bewusst ist: Diese Komponisten gehörten in die Musiklandschaft ihrer Zeit, sie interessierten sich dafür, was vor ihrer Zeit wichtig und schön war, und auch dafür, was sich zeitgenössisch abspielte. Andererseits lief die Musikgeschichte weiter,  allerdings nun leider in einem Bogen um sie drumherum. Aber den Bogen begradigen wir nun langsam aber sicher. Und so wird das Publikum auch Werke von ... bis ... zu hören bekommen, von Ludwig van Beethoven (1770 Bonn - 1827 Wien), Felix Mendelssohn Bartholdy  (1809 Hamburg - 1847 Leipzig),  Sándor Jemnitz (1890 Budapest - 1963 Balatonföldvár), Viktor Ullmann (1898 Schles. Teschen - 1944 KZ Auschwitz), Hans Erich Apostel (1901 Karlsruhe - 1972 Wien), Grazyna Bacewicz (1909 Łódż - 1969 Warschau), Ursula Mamlok (1923 Berlin - New York - 2016 Berlin),  Gabriel Irany (1946 Cluj). Unter den Nazis gelitten hatten - bis auf die beiden rumänischen Komponisten, und Beethoven natürlich - alle, verboten hatten die Nazis sogar Mendelssohn Bartholdy!


Ein Sonderkonzert haben wir wir in unsere Konzertreihe in Hermannstadt eingeflochten, die Hommage à Wolf von Aichelburg am 17. Oktober 2021 im Thalia-Saal der Philharmonie Hermannstadt / Sibiu

Aichelburg war eine Vielfachbegabung. Er dichtete vor allem, aber er malte und er komponierte auch.  Auf hohem Niveau. Halb Hermannstadt liebte ihn und erinnert sich noch heute gern an ihn. 1981, nach einer Amnestie, wurde er von der Bundesrepublik freigekauft und siedelte sich in Freiburg i. Br. an. 1994 ertrank er vor Mallorca.

Es war wieder mal ein Fest!

Im nächsten Jahr - 2023 - werden wir das 2. Herschkowitz-Kolloquium in Temeswar mit dem Musikinstitut der Universitate de Vest veranstalten. Temeswar ist dann Kulturhauptstadt.

Wir laden Sie herzlich ein!


'musica suprimata' ist aber auch editorisch für Hannenheim und Herschkowitz tätig.

Für Herschkowitz entsteht eine Monografie, die zum Herzstück seine musiktheoretischen Arbeiten hat, Analysen zu Musikstücken von Beethoven und Herschkowitz' Lehrer Anton Webern, aber auch von Mozart und Mahler. Alexej Grots übersetzt Herschkowitz' Texte aus dem Russischen.

Hannenheims Bratschensonaten, ediert von Albert Breier waren 2019 bei Boosey & Hawkes in der Edition Bote & Bock erschienen.

Aktuell wurden jetzt die Klaviersonaten und die beiden Orgelwerke durch Moritz Ernst zubereitet.

In Vorbereitung sind nun noch Hannenheims Lieder durch Moritz Ernst und die Streicherkompositionen durch Dr. Gabriel Iranyi.

Zuverlässiger Finanzpartner ist in allen Fällen die

PRO MUSICA VIVA - Maria Strecker-Daelen - Stiftung.


Herzlich

im Namen der 'musica suprimata'-Mitglieder

Heidemarie T. Ambros

E-mail: musica-suprimata@gmx.de